Kirchengemeinde Bendelin


Die Kirche zu Bendelin


Es gibt keine erhaltenen Urkunde über den Bau bzw. der Fertigstellung und somit auch keine über die Weihung des Altars durch den Bischof, wie Breddin sie hat.
"Es ist eine gotische Kirche in Saalform aus gespaltenen Feldsteinen, anscheinend aus dem 14. Jahrhundert. Die Öffnungen haben Backsteineinfassungen. Am Ostgiebel drei
kleine Backsteinblenden und drei kleine Spitzbogenfenster mit geputzten Schmiegen. Die Fenster der Langseiten modern vergrößert. An der Nordseite zwei spitzbogige Türen in Backstein mit Fasen und abgerundeten Ecken. Die Decke mit sichtbaren Balken. Türen aus Feldsteinen, schmaler als die Kirche, mit Satteldach und Dachreiter. Der Altar hat über sich die Orgelempore und ist daher ohne Aufbau. Die Kanzel in schwerem Barock von 1745 mit Akanthuskonsolen an den Ecken, der untere Teil mit Eichenblattwulst und
Blumengehängen.

Die mittlere Gestühlreihe ist vorn, gegenüber dem Altar, segmentförmig ausgebogen und trägt eine in Holz gestochene Muschel für das Taufbecken.“ ( so lautet eine Beschreibung der Kirche um die Jahrhundertwende, aus: "Kunstdenkmäler der Prov. Brandenburg, Kr. West. Prignitz 1909").

Von Erhaltungsmaßnahmen und Verschönerungen, die unsere Vorfahren unserer Kirche zuteil werden ließen, gibt das älteste, noch vorhanden Kirchenrechnungsbuch von 1647 Auskunft. Es traten laufend Reparatur– und Erhaltungsarbeiten an dem Gotteshaus auf. Die ersten großen Ausbesserungen erfolgten im Jahre 1654 an Kirche und Turm. Zu dieser Zeit erhält die Kirche Stühle, die ein Tischler angefertigt hatte. Im Jahre 1695 wurde das Turmdach neu gemacht und die Turmspitze ganz mit neuen Brettern und Blech.

Das Kirchendach wurde 1715 umgedeckt, bei den Arbeiten wurden 11 halbe Tonnen Bier ausgetrunken. Zum Bierverzehr muß berichtet werden, daß Bier äußerst wichtig zur Ernährung und Kräfteerhaltung in der kargen Zeit wichtig war, denn Mahlzeiten gab es damals nur früh morgens und spät abends und die fielen auch nicht gerade üppig aus, somit ist die Lebensweise wohl vielleicht verständlicher. In Kost und Logie waren die Handwerker während solcher notwendiger Bauten bei den Bauern, die über die zusätzlichen Esser auch nicht besonders erfreut waren.

1724 sind die 4 großen Fenster unserer Kirche eingebaut worden und 1734 wurde die Kanzel, die man heute noch bewundern kann, angefertigt. Ein Bildhauer Schultzen hat diese angefertigt. 1744 wurde die Kirche ausgemalt und eine neue Uhr wurde angeschafft. In den Jahren 1780 und 1785 wurden in der Kirche je ein eingefallenes Grab verfüllt. Vermutlich die Gräber von Pastoren, die zu der Zeit, wie aus anderen Dörfern bekannt, in Kirchen bestattet wurden.

Im Jahre 1779 wurde nochmals eine Grundrenovierung der Kirche vorgenommen. Der Fußboden wurde mit Mauersteinen ausgelegt und Neue Stuhlreihen eingebaut, denn jeder Hof hatte in der Kirche seine bestimmten Plätze, die bezahlt werden mußten, das sogenannte Stuhlgeld wurde erhoben.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts, 1866, werden die 4 großen Fenster und zwei Kirchentüren erneuert. Seit dieser Zeit haben die Fenster und Türen dieses Aussehen und sind noch nicht wieder erneuert worden.